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Gustl-Lang.de
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Minister a. D. 1 2 3
Im Juli 1993 passiert etwas, mit dem der Politprofi Gustl Lang nicht gerechnet hat. Er mag einen Gedanken daran verschwendet haben, daß es dazu kommen könnte, aber ernsthaft geglaubt hat er nicht daran. Der neue Ministerpräsident Edmund Stoiber, Nachfolger des über die Amigo-Affäre gestürzten Max Streibl, beruft ihn nicht mehr ins Kabinett. "Gustl, Du bist nicht mehr dabei." Ein Satz, der den 64jährigen Lang ins Mark trifft.

Man sollte meinen, er habe sich daraufhin - tödlich beleidigt - sofort nach Hause fahren lassen. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Gustl Lang will es nicht wahrhaben, wie sich sein damaliger Fahrer Alfons Bäumler erinnert. Er will nichts wissen davon, daß der neue Ministerpräsident ihn nicht mehr in seiner Mannschaft haben will. Er weigert sich, sich vorzustellen, daß wahr geworden ist, was in der Heimat verhalten schon befürchtet worden war. Bäumler sagt, Gustl Lang habe damals einfach nicht fahren wollen. Er habe mehrmals zu ihm gesagt: "Fahren wir doch heim, Herr Minister." Lang will aber wenigstens noch einen Tag in München bleiben. Schließlich läßt er sich überreden. Läßt sich nach Hause fahren. Ins Zottbachhaus. Dort gibt er dann noch eine Pressemeldung heraus und verschanzt sich genau da, wo er jahrelang als Minister - mal hinter, mal vor den Kulissen - die Fäden gezogen hat.


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Foto: Eichl
 
 
 
 
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